Singapore River

Am Singapore River lässt sich auch heute noch deutlich erkennen wie aus dem kleinen Fischerdorf die schimmernde Metropole Singapore wurde. Von hier aus entdecken Sie die Einzigartigkeiten dieser nur einen Grad vom Äquator entfernten Stadt wahrscheinlich am besten. Hier am Fluss fanden die ersten Einwanderer ihr Zuhause. Früher wie heute findet man Arbeiter und auch Erholungssuchende entlang dieser einzigartigen Mischung aus traditionellen Häusern entlang des Flusses und modernster Architektur.

Geschichte des Singapore River

Die Geschichte von Singapore geht bis in das frühe 3. Jahrhundert zurück und ist voller Geschichten, Geschichtchen und Legenden. Im 7. Jahrhundert gehörte Singapore zu dem buddhistischen Srivijaya Königreich, dessen Machtzentrum auf der Insel Sumatra lag. Temasek („Küstendorf“) wie Singapore damals genannt wurde war zu dieser Zeit lediglich ein recht unbedeutender Außenposten von Srivijaya. Auf der Suche nach neuen Siedlungsgebieten erkundete Sang Nila Utama, ein Mitglied der Königlichen Herrscherfamilie, auch die Umgebung in der Nähe von Temasek. Bei einem Landgang erblickte er einen Löwen. Der festen Überzeugung einen Wink vom Schicksal bekommen zu haben beschloss er hier die neue Stadt zu errichten: Die Löwenstadt Singapura (Singa aus dem Sanskrit kommend bedeutet Löwe).

Freilich gab es niemals Löwen auf der Insel, aber die Gründung stand dennoch unter einem günstigen Stern. Aus dem kleinen Fischerdorf wurde rasch ein wichtiger Handelsposten. Im weiteren Verlauf der Geschichte sah die Löwenstadt verschiedene Herrscher und fiel immer mehr in die Bedeutungslosigkeit. Das Schicksal von Singapur schien nach der Zerstörung durch die Portugiesen im Jahr 1613 besiegelt. Und wirklich wurde der einstige Handelsposten wieder ein unbedeutendes Fischerdörfchen.

Im Jahr 1819 lebten in Singapore nur noch knapp 300 Menschen. Zu dieser Zeit erlangte Sir Stamford Raffles, Repräsentant der britischen Ostindien Company, vom Sultan von Johor die Erlaubnis einen Handelsposten zu unterhalten. Sir Stamford Raffles erkannte rasch strategische Lage der Stadt und baute Singapora zu einem Freihandelshafen aus. Die Bedeutung von Singapore für das britische Empire formulierte Raffles damals so: „Unser Ziel hier ist nicht die Ausweitung unserer Gebiete, sondern der Handel. Es soll ein großer Warenumschlagplatz entstehen. Drehpunkt, der es uns ermöglicht unseren politischen Einfluss in dieser Region zu erweitern wenn die Umstände es gebieten.“ Heute gilt Sir Stamford Raffles als Gründer von Singapore.

Fullerton und Raffles Landing Point

Das Fullerton-Building ist ein wunderbarer Ausgangspunkt um einen Ausflug am Singapore River zu beginnen. Der Namenspatron des Fullerton ist Robert Fullerton der in den Jahren 1824 – 1830 der erste Gouverneur der Ansiedlung war. Das in der Nähe des Raffles Place gelegene Gebäude war ursprünglich ein Fort und diente dem Schutz des Hafens. Ab 1925 diente das Fullerton Building verschiedenen friedlichen Zwecken: Als exklusiver Club, als Hauptpostamt, als Sitz des Finanzamts und schließlich seit dem Jahr 2000 als 5-Sterne Luxushotel The Fullerton. In der Nähe des Fullerton könne Sie die einzige Hängebrücke Singapores sehen. Es handelt sich um die 1868 erbaute Cavenagh Brücke. Sie erhielt ihren Namen von Sir William Orfeur Cavenagh, dem letzten in Indien eingesetzten Gouverneur von Singapore.

Die Marmorstatue von Sir Stamford Raffles steht mit dem Rücken zum Fluss am Ende der Parliaments Lane. Die Nachbildung der ursprünglichen in Bronze gegossenen Statue markiert genau den Punkt an dem Stamford Raffles am 29.01.1819 Singapore zum Mal betreten hat. Von hier bietet sich ein grandioser Ausblick hinüber zum Boot Quay und zur Skyline des Raffles Place.

Hier starten auch die rund dreißigminütigen Flussfahrten in den Bumboats (Nussschalen) – nachgebauten Fischerbooten, wie sie zur Zeit der Gründung von Singapore üblich waren. Bei einer dieser Rundfahrten kann man eine vollkommen neue Perspektive auf Singapore genießen. Wenn man heute den Singapore River entlang fährt, so lässt sich kaum vorstellen, dass dieser Fluss vor nicht einmal 40 Jahren noch eine stinkende Kloake war. Die Vision der sauberen Metropole, geht auf den ersten Premierminister der 1965 gegründeten Republik Singapore, Lee Kuan Yew zurück. Seit dieser Zeit ist das Gewirr der Lastkähne auf dem Singapore River geordnet worden und die Qualität des Flusses – auch als Lebensader und Freizeitraum – wurde deutlich verbessert.

Boat Quay

Wenn abends die Neonleuchten die Fassaden erhellen und der Betrieb in den Bars und Restaurants aufgenommen wird, zieht es auch die Einwohner hier her. Der Boats Quay lädt ein zum Verweilen und Träumen. Ein Cocktail in der Sonnenuntergangsstimmung hier am Fluss lässt die Lastenträger vergangener Tage vor dem inneren Auge wieder aufleben. Als Raffles das Dokument unterschrieb, das die Sicherheit des Freihafens Singapore sicherte strömten die Immigranten aus den Nachbarländern, voller Hoffnung auf ein besseres Leben, nach Singapore. Die Neuankömmlinge und der explodierende Handel mit Ostindien verwandelten den Boats Quay innerhalb weniger Monate in ein wahres Treibhaus für Handel und Gewerbe. 1860 bereits wurden ¾ aller Geschäfte am Boats Quay abgewickelt.

Man sagt nicht zu Unrecht, dass der Boats Quay jener Motor war der Singapore vorantrieb und die Stadt zu dem gemacht hat was sie heute ist. Heute sind die Shophouses der Einwanderer restauriert und reihen sich als schmuckes Zeugnis der Vergangenheit entlang dem Fluss aneinander. Beachtenswert ist die unterschiedliche Höhe der Giebel, symbolisiert doch nicht erst in der Neuzeit die Höhe eines Hauses den Reichtum seiner Besitzer.

Circular Road

Eingekeilt zwischen Boat Quay und dem Finanzdistrikt liegt die Circular Road. Ein Relikt aus alter Zeit, das immer versucht den Veränderungen am Fluss zu widerstehen. Die Circular Road spiegelt das Singapore der fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts wieder. In dieser Zeit führten die Händler, Gesellschaften. Großhändler und Firmengründer den Glamour der großen Welt vor.

Hier findet man alte Familienbetriebe, die die Tradition seit Generationen hoch halten. Man wird staunen, wie viele Tans und Lims (chinesische Nachnamen) noch heute in Singapore Geschäfte und Waren präsentieren und auch viele alte chinesische Traditionen haben sich hier erhalten. So ist zum Beispiel das traditionelle Ba Gua, eine chinesische Form der Weissagung, allgegenwärtig.

Clarke Quay

Moderne Seafood-Creationen, traditionelle malaiische Satays, Thaifood oder mediterrane Küche: Über 30 Restaurants und mehr als 50 Läden warten am Clarke Quay darauf die Wünsche Ihrer Kunden zu erfüllen. Hier am Clarke Quay – in Nachbarschaft zum Swissôtel Merchant Court und dem Park Hotel Clarke Quay – herrscht immer Festtagsstimmung. An Wochentagen kann man bei einem gemütlichen Spaziergang die herausgeputzten Kaufhäuser mit den Geschenk- und Spezialitätenabteilungen besuchen. An Sonntagen findet ein Flohmarkt statt, der alles bietet was das Sammlerherz begehrt.

Clarke Quay wurde nach dem zweiten Gouverneur von Singapore, Sir Andrew Clarke, benannt. Lange Zeit war die Anlegstelle Clarke Quay das Handelszentrum Singapores. Eine Flotte von leichten Lastkähnen legte hier an um die Waren aufzunehmen und flussaufwärts zu den Warenhäusern zu schaffen. Die chinesischen und europäischen Händler brachten ihre Architekturstile mit nach Singapore und so kann man besonders am Clarke Quay eine bunte Stilmixtur erleben. Am Abend verwandelt sich die Gegend um den Clarke Quay in einen bunten Nachtmarkt. Fliegende Händler bieten nützliches und kitschiges. Überall locken frisch zubereitete Snacks, fahrende Tee-Stände und der Duft des malaiischen Satay liegt verführerisch in der Luft. Allenthalben werden traditionelle Drachentänze, chinesische Trommelkonzerte oder Flaggentänze aufgeführt.

Tan Si Chong Su Tempel

Der Tan Si Chong Su Tempel wurde 1878 im Stile alter chinesischer Tempel erbaut. Er ist der Ahnen-Tempel und das gemeinschaftliche Zentrum der chinesischen Tan Familie in Singapore. Die Kosten für den Bau der Anlage wurden von Tan Kim Cheng und seinem Sohn Tan Beng Swee getragen. Ursprünglich war auch eine Knabenschule mit über 200 Schülern in der Tempelanlage untergebracht. In heutiger Zeit gilt der Tan Tempel als ein National Denkmal des Staats Singapore.

Der Tempel ist über und über angefüllt mit chinesischen Symbolen für Reichtum, Reinheit, Dauerhaftigkeit und Ruhm. Der Haupteingang wird von roten und goldenen Drachen und Steinlöwen bewacht. Die Nebeneingänge werden von den Statuen grimmiger Tempelwächter bewacht, die das Böse fernhalten sollen. Über dem alten Altar hängt eine Tafel mit 4 chinesischen Schriftzeichen, deren Übersetzung lautet: Helft der Welt und den Menschen, dem Mantra der Familie Tan.

Hotels rund um den Singapore River

Am westlichen Ende des Singapore River finden Sie einige ausgezeichnete Hotels der 3-, 4- und 5-Sterne-Kategorie. Dazu gehören zum Beispiel Fullerton Hotel und das Hotel Fullerton Bay, Grand Copthorne Waterfront, Furama River Front sowie Copthorne King’s und Miramar. Eine Übersicht über Hotels rund um den Singapore River finden Sie hier.